Mit KI-Bildgeneratoren entstehen in Sekunden starke Plakatmotive. Damit sie auch gedruckt gut aussehen, kommt es auf drei Dinge an: das passende Seitenverhältnis, einen klaren Prompt und genug Pixel – denn KI-Bilder sind meist viel kleiner, als ein Plakat braucht.
1. Seitenverhältnis passend zum Plakat wählen
Stell das Seitenverhältnis im KI-Werkzeug ein, bevor du generierst – nachträgliches Beschneiden kostet Motiv und Auflösung.
- DIN A2, A1, A0: 1 : 1,41 – im Werkzeug am besten 5 : 7 (oder 2 : 3 und oben/unten etwas Luft lassen).
- B2, B1, B0: genau 5 : 7 (500 × 700 mm).
- City-Light-Poster: etwa 2 : 3 (1185 × 1750 mm).
- 18/1-Großfläche: Querformat, etwa 7 : 5 (3560 × 2520 mm).
2. So schreibst du einen guten Prompt
Beschreib das Bild wie eine Regieanweisung – am besten in dieser Reihenfolge:
- Motiv: Was ist zu sehen? („eine Gitarre in Flammen“)
- Stil: Foto, Illustration, Retro-Plakat, Siebdruck-Look …
- Bildaufbau: „Motiv im unteren Drittel, oben viel freie Fläche für die Überschrift“
- Licht & Farben: „kräftige, gesättigte Farben, hoher Kontrast“ – Kontrast wirkt auf dem Plakat auch aus der Ferne
- Qualität: „scharf, sehr detailreich, saubere Kanten“
- Ausschlüsse: „kein Text, keine Buchstaben, kein Wasserzeichen, kein Rahmen“
Beispiel:
Plakatmotiv für ein Sommerfest: bunte Lampions über einem Biergarten bei Sonnenuntergang, Illustration im Retro-Plakatstil, kräftige warme Farben, hoher Kontrast, Motiv im unteren Drittel, obere Hälfte ruhiger Himmel als Freifläche für Text, scharf und detailreich, kein Text, keine Buchstaben, kein Rahmen, Hochformat 5:7
Viele Werkzeuge verstehen englische Prompts etwas besser – dieselbe Struktur funktioniert auch auf Englisch („poster artwork …, no text, no letters, no border, portrait 5:7“). Erzeuge mehrere Varianten und nimm die mit den saubersten Details.
3. Text, Logo und Daten nicht von der KI setzen lassen
KI-Bildgeneratoren verschreiben sich oft oder erzeugen unscharfe Buchstaben. Lass im Bild Platz und setze Überschrift, Datum, Ort und Logo danach in einem Layoutprogramm (z. B. Canva, Affinity oder InDesign) als echte Schrift – die bleibt in jeder Größe gestochen scharf.
4. Wie viele Pixel braucht dein Plakat?
Das Bild muss das Format inklusive 3 mm Beschnitt füllen. Bis DIN A1/B1 rechnen wir mit 300 dpi, ab DIN A0 reichen 120 dpi, weil man größere Plakate aus mehr Abstand ansieht:
| Format | mit Beschnitt | Auflösung | Pixel |
|---|---|---|---|
| DIN A2 | 426 × 600 mm | 300 dpi | ca. 5.030 × 7.090 |
| B2 | 506 × 706 mm | 300 dpi | ca. 5.980 × 8.340 |
| DIN A1 | 600 × 847 mm | 300 dpi | ca. 7.090 × 10.000 |
| B1 | 706 × 1006 mm | 300 dpi | ca. 8.340 × 11.880 |
| DIN A0 | 847 × 1195 mm | 120 dpi | ca. 4.000 × 5.650 |
| B0 | 1006 × 1406 mm | 120 dpi | ca. 4.750 × 6.640 |
| 4/1-Bogen | 1196 × 1686 mm | 120 dpi | ca. 5.650 × 7.970 |
| City-Light-Poster | 1191 × 1756 mm | 120 dpi | ca. 5.630 × 8.300 |
| 18/1-Großfläche | 3566 × 2526 mm | 120 dpi | ca. 16.850 × 11.930 |
KI-Bilder haben häufig nur 1.000 bis 2.000 Pixel Kantenlänge – fürs Plakat musst du sie also fast immer hochskalieren.
5. Tipps zum Hochskalieren
- KI-Upscaler statt einfachem Vergrößern: Nimm die Upscale-Funktion deines KI-Werkzeugs oder einen eigenen KI-Upscaler. Einfaches Hochziehen in Word, PowerPoint oder im Browser macht das Bild nur matschig.
- In Schritten skalieren: lieber zweimal 2× als einmal 4× – und nach jedem Schritt kontrollieren.
- Bei 100 % Ansicht prüfen: Schau dir Gesichter, Hände, Kanten und feine Muster in Originalgröße an. Typische Fehler: verwaschene Flächen, „gemalte“ Haut, doppelte Konturen.
- Erst entrauschen, dann skalieren: Rauschen und Kompressionsspuren werden beim Hochskalieren mitvergrößert.
- Nur leicht nachschärfen: Zu viel Schärfe erzeugt helle Ränder an Kanten, die auf dem Plakat auffallen.
- Text und Logos nie hochskalieren, sondern als echte Schrift bzw. Vektor einsetzen (siehe Punkt 3).
- Flächige Grafiken (Comic-Look, Icons, wenige Farben) lassen sich oft besser vektorisieren – dann sind sie in jeder Größe scharf.
- Verlustfrei speichern: das fertige Bild als TIFF, PNG oder JPG in höchster Qualität – jedes erneute JPG-Speichern kostet Qualität.
6. Beschnitt nicht vergessen
Hintergrund und Motiv müssen bis in die 3 mm Beschnitt reichen. Fehlt Rand, kannst du ihn mit „Bild erweitern“ (Outpainting bzw. generatives Füllen) ergänzen lassen. Wichtige Motivteile und Text halten mindestens 2 mm Abstand zum Endformat.
7. Farben: von RGB zu CMYK
KI-Bilder sind immer RGB. Sehr leuchtende Töne – Neon, knalliges Grün oder Blau – lassen sich im Druck nicht ganz erreichen und wirken etwas ruhiger. Wenn du selbst umwandelst, nimm das Profil FOGRA39 (ISO Coated v2). Auf Wunsch prüfen wir das mit dem Experten-Datencheck.
8. Rechte
Prüf in den Nutzungsbedingungen deines KI-Werkzeugs, ob du die Bilder gewerblich verwenden darfst, und verwende keine geschützten Figuren, Marken oder echten Personen ohne Erlaubnis. Für die Inhalte deiner Druckdaten bist du verantwortlich.
Checkliste vor dem Hochladen
- Seitenverhältnis passt zum Format
- genug Pixel laut Tabelle – oder sauber hochskaliert
- 3 mm Beschnitt rundum
- Text und Logo als echte Schrift bzw. Vektor
- bei 100 % Ansicht kontrolliert
Mehr zur Datenanlage: Druckdaten anlegen · alle Maße: Plakatformate.
Stand: Oktober 2026 · Team Druckvorstufe Plakatbande